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Explosionsgefahren zählen zu den gravierendsten Risiken im betrieblichen Arbeitsschutz. Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben werden explosionsfähige Atmosphären in der Praxis häufig unterschätzt oder nicht konsequent bewertet. Dabei können bereits alltägliche Arbeitsprozesse ausreichen, um gefährliche Gemische aus brennbaren Stoffen und Luft entstehen zu lassen.
Laut dem Allianz Risk Barometer 2026 zählen Feuer- und Explosionsereignisse weiterhin zu den Top-Risiken für Unternehmen weltweit. Im aktuellen Ranking belegen sie Platz 9 – und sind damit erneut unter den Top 10 der größten Geschäftsrisiken vertreten. Diese Platzierung bestätigt, dass Explosionsgefahren kein Randthema sind, sondern seit Jahren als dauerhaft relevantes Risiko für Betriebe aller Branchen bewertet werden. Trotz moderner Technik und klarer gesetzlicher Vorgaben zeigen Schadensanalysen, dass unzureichender Explosionsschutz weiterhin erhebliche Auswirkungen auf Menschen, Sachwerte und die Betriebskontinuität haben kann.

Daten-Quelle: Allianz Risk Barometer 2026 Grafik Design: ITC Graf GmbH
Eine explosionsfähige Atmosphäre liegt vor, wenn sich brennbare Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube mit Luft in einem solchen Verhältnis vermischen, dass eine Zündung zu einer explosionsartigen Verbrennung führen kann. Entscheidend ist dabei nicht nur der Stoff selbst, sondern auch Konzentration, Umgebung und mögliche Zündquellen.
Typische Beispiele aus der Praxis:
Besonders kritisch: Diese Atmosphären entstehen oft zeitlich begrenzt und unauffällig, etwa beim Umfüllen, Reinigen oder Entleeren von Anlagen.
Damit es zu einer Explosion kommt, müssen drei Faktoren gleichzeitig zusammentreffen:
Fehlt einer dieser Faktoren, ist eine Explosion ausgeschlossen. Genau hier setzt der technische und organisatorische Explosionsschutz an.
In der Praxis stammen Zündquellen häufig aus dem normalen Arbeitsalltag. Dazu gehören unter anderem:
Besonders gefährlich ist, dass viele dieser Zündquellen nicht als solche erkannt werden, da sie im Normalbetrieb alltäglich sind.
Die Grundlage jeder Schutzmaßnahme ist eine fachgerecht durchgeführte Gefährdungsbeurteilung. Dabei wird ermittelt:
Auf dieser Basis erfolgt die Zoneneinteilung und die Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen.
Ein wirksamer Explosionsschutz folgt dem bewährten TOP-Prinzip:
Explosionsgefahren entstehen nicht nur in offensichtlichen Hochrisikobereichen, sondern häufig im ganz normalen Betriebsalltag – oft unbemerkt und zeitlich begrenzt. Gerade diese Unauffälligkeit macht explosionsfähige Atmosphären besonders gefährlich. Ein wirksamer Explosionsschutz erfordert daher ein systematisches Vorgehen: von der fachgerechten Gefährdungsbeurteilung über die konsequente Vermeidung explosionsfähiger Gemische bis hin zur zuverlässigen Ausschaltung wirksamer Zündquellen.
Technische Schutzmaßnahmen allein reichen dabei nicht aus. Erst das Zusammenspiel aus geeigneter Technik, klaren organisatorischen Regeln und gut unterwiesenen Beschäftigten sorgt für ein dauerhaft beherrschbares Risiko. Unternehmen, die Explosionsschutz als festen Bestandteil ihrer Arbeitssicherheitsstrategie verstehen, schützen nicht nur Menschen und Anlagen, sondern erhöhen zugleich die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit ihrer Prozesse nachhaltig.
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