Menschen und fahrerlose Transportsysteme sicher zusammenarbeiten
Mehr als 30.000 Teilnehmer jährlich
Experten für Arbeitsschutz
ø 4,8 / 5 Sternen beste Kundenzufriedenheit
Bild zu 2026_03_Menschen und Fahrerlose Transportsysteme

Newsletter

Menschen und Fahrerlose Transportsysteme – Zusammenarbeit sicher gestalten

3 Min. Lesezeit

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen in vielen Unternehmen zunehmend Transportaufgaben innerhalb von Produktion und Logistik. Sie bewegen Material autonom durch Lagerhallen, Produktionsbereiche oder Versandzonen. In der Praxis arbeiten diese Systeme jedoch selten vollständig getrennt von Menschen. Häufig teilen sich Beschäftigte und fahrerlose Fahrzeuge denselben Arbeitsbereich. 

Damit diese Zusammenarbeit sicher funktioniert, müssen technische Schutzmaßnahmen, organisatorische Regeln und eine klare Unterweisung der Mitarbeitenden ineinandergreifen. 

Gemeinsame Arbeitsbereiche von Menschen und FTS 

In modernen Produktions- und Logistikprozessen werden fahrerlose Transportsysteme gezielt so eingesetzt, dass sie Material zwischen verschiedenen Arbeitsstationen transportieren. Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise: 

  • Produktionslinien in der Industrie
  • Lager- und Logistikzentren
  • Versand- und Kommissionierbereiche
  • innerbetriebliche Materialversorgung 

Dabei kreuzen sich die Wege von Mitarbeitenden und automatisierten Fahrzeugen häufig. Beschäftigte arbeiten an Maschinen, kommissionieren Waren oder bewegen sich zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen, während FTS gleichzeitig Transportaufgaben übernehmen. 

Gerade in solchen gemischten Verkehrsbereichen entstehen besondere Anforderungen an die Arbeitssicherheit. 

Zunehmende Zusammenarbeit von Menschen und Robotik 

Die Automatisierung in der Industrie hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ein wichtiger Indikator dafür ist die sogenannte Roboterdichte, also die Anzahl von Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe. 

Laut Daten der International Federation of Robotics (IFR) hat sich die globale Roboterdichte in Fabriken innerhalb von nur sieben Jahren mehr als verdoppelt – von 74 Robotern pro 10.000 Beschäftigte im Jahr 2016 auf 162 im Jahr 2023

Besonders hoch ist der Automatisierungsgrad in einigen Industrieländern. Deutschland gehört mit rund 415 Robotern pro 10.000 Beschäftigte zu den führenden Robotikstandorten weltweit und liegt damit deutlich über dem globalen Durchschnitt. 

Die steigende Roboterdichte zeigt, dass Menschen in Produktions- und Logistikprozessen zunehmend mit automatisierten Systemen zusammenarbeiten. Neben klassischen Industrierobotern gehören dazu auch fahrerlose Transportsysteme (FTS), die Material autonom zwischen verschiedenen Arbeitsstationen transportieren. 

Mit dieser Entwicklung wächst auch die Bedeutung einer sicheren Gestaltung der Arbeitsumgebung – insbesondere dort, wo Menschen und automatisierte Systeme im selben Arbeitsbereich tätig sind. 

Sicherheitsanforderungen bei der Zusammenarbeit 

Moderne fahrerlose Transportsysteme sind mit zahlreichen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Dazu gehören beispielsweise Laserscanner, Kamerasysteme oder andere Sensoren, die Hindernisse und Personen erkennen können. Wird eine Person im Fahrbereich erkannt, reduziert das System in der Regel automatisch die Geschwindigkeit oder stoppt vollständig. 

Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für fahrerlose Flurförderzeuge werden unter anderem in der Norm DIN EN ISO 3691-4 beschrieben. Diese Norm legt unter anderem Anforderungen fest an: 

  • Personenerkennungssysteme
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Not-Halt-Einrichtungen
  • sichere Betriebsarten 

Trotz dieser technischen Schutzmechanismen bleibt der Betreiber verpflichtet, den sicheren Einsatz der Systeme organisatorisch zu gestalten. 

Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung 

Bevor fahrerlose Transportsysteme im Betrieb eingesetzt werden, muss eine Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) durchgeführt werden. Dabei wird bewertet, welche Risiken durch den Einsatz der Fahrzeuge entstehen können und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. 

Typische Aspekte einer solchen Beurteilung sind beispielsweise: 

  • Verkehrsführung im Betrieb
  • Sichtverhältnisse und Kreuzungsbereiche
  • Geschwindigkeit der Fahrzeuge
  • Interaktion mit Mitarbeitenden
  • Verhalten bei Störungen oder Notfällen 

Auch bauliche Maßnahmen können erforderlich sein, etwa getrennte Fahrwege, Schutzbereiche oder zusätzliche Warnsysteme. 

Unterweisungen für Beschäftigte 

Ein zentraler Bestandteil der sicheren Zusammenarbeit ist die Unterweisung der Beschäftigten. Mitarbeitende müssen verstehen, wie sich fahrerlose Transportsysteme im Betrieb bewegen und welche Regeln im Umgang mit diesen Systemen gelten. 

Typische Inhalte einer Unterweisung können sein: 

  • Verkehrsregeln und gekennzeichnete Fahrwege
  • Sicherheitsabstände zu Fahrzeugen
  • Verhalten bei Störungen oder blockierten Fahrzeugen
  • Bedeutung von Warnsignalen und Anzeigen 

Unterweisungen helfen dabei, Unsicherheiten im Umgang mit automatisierten Fahrzeugen zu reduzieren und Unfälle zu vermeiden. 

Fazit 

Fahrerlose Transportsysteme können innerbetriebliche Transportprozesse erheblich effizienter gestalten. Gleichzeitig verändert ihr Einsatz die Arbeitsumgebung und bringt neue Anforderungen an den Arbeitsschutz mit sich. 

Durch eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung, geeignete technische Schutzmaßnahmen und regelmäßige Unterweisungen können Unternehmen sicherstellen, dass Menschen und fahrerlose Transportsysteme zuverlässig und sicher zusammenarbeiten

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie regelmäßig wichtige Updates rund um Arbeitsschutz, Brandschutz und mehr direkt in Ihr Postfach.

Weitere Newsletter-Artikel

Kontakt ITC

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie individuelle Beratung?

ITC Newsletter

Erstklassige Informationen rund um Arbeitsschutz, Brandschutz und co. - bequem per E-Mail und garantiert kein Spam.

Geöffnetes Osterei