Notfallsituation - Hängetrauma!


01 I Hängetrauma - Was ist das?

Das Hängetrauma kann bei längerem, bewegungslosem Hängen in einem Auffanggurt zustande kommen. Dies kann in Folge eines Sturzes von einem hochgelegenen Arbeitsplatz passieren. Auf Grund der Bewegungslosigkeit fehlt die Funktion der „Muskelpumpe“ durch die Beinmuskulatur, wodurch der Rückstrom des Blutes aus den Beinen vermindert wird / zum Erliegen kommt (Versacken des Blutes in den Beinen). Dies kann zu einem Kreislauf-Schock führen. Als Folge des beeinträchtigten Blutkreislaufs kann es zu einer Unterversorgung des Gehirns und anderer wichtiger Organe mit Sauerstoff kommen. Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht Bewusstlosigkeit und kann tödlich enden. ¹


02 I Symptome

Die Folgen eines längeren, bewegungslosen Hängens in einem Auffanggurt können je nach Gesundheits- und Körperzustand der Person unterschiedlich ausfallen. Folgende Symptome können auf die Entstehung eines Hängetraumas hinweisen:


  • Blässe
  • Schwitzen
  • Kurzatmigkeit
  • Pulsanstieg oder Pulsabstieg
  • Blutdruckanstieg oder Blutdruckabfall
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit


03 I Was kann der Betroffene tun, um das Hängetrauma hinauszuzögern?

Um das Versacken des Blutes in den Beinen entgegenzuwirken, ist es wichtig, sich während des Hängens zu bewegen. Die Beine sollten dabei gegen einen Widerstand bewegt werden. Sofern der Verunfallte frei in der Luft hängt, kann er hierzu eine Trittschlinge oder einen Seilkürzer verwenden. Die Trittschlinge sollte vorbereitet mitgeführt werden, damit sie sofort zum Einsatz kommen kann. ¹



04 I Wie kann man dem Betroffenen helfen?

  • Beruhigen!
  • Auffordern, die Beine zu bewegen.
  • Möglichst schnelle Befreiung des Betroffenen aus der freihängenden Position. ¹


05 I Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Hängetrauma

Das Hängetrauma ist ein medizinischer Notfall.

  • Notruf (112) absetzen.
  • Versorgung stark blutender Wunden.
  • Person ist nicht ansprechbar ohne Atmung: Herz-Lungen-Wiederbelebung (Herstellung von Vitalfunktionen)
  • Person ist nicht ansprechbar mit Atmung: Stabile Seitenlage (Stabilisierung der Kreislauffunktionen)
  • Person ist ansprechbar ohne sichtbare Verletzungen: Initiale Flachlagerung ist sinnvoll, es kann jedoch auch patientenorientiert „nach Wunsch“ gelagert werden (Beruhigung des Blutkreislaufes)

Die frühere empfohlene Kauerstellung wird nicht mehr gelehrt. ¹


Wichtig: Ein Anheben der Beine beim Verunfallten („klassische Schocklage“) ist grundsätzlich zu unterlassen!


06 I Betriebliche Prävention

Folgende Maßnahmen können das Risiko eines Hängetraumas minimieren:

  • Aufstellung eines geeigneten Rettungsplanes.
  • Auswahl fachlich und körperlich geeigneter Personen für Arbeiten in der Höhe.
  • Auswahl geeigneter Auffanggurte (Anpassung / Hängeversuche).
  • Unterweisungen und praktische Übungen für die Anwendung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz.
  • Vorhalten einer Rettungsausrüstung vor Ort. ¹

¹ https://publikationen.dguv.de/...



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