Stolpern, Rutschen, Stürzen - SRS

Über das Gehen denkt man meistens nicht nach. Wir können es seit klein auf und die Abläufe erfolgen alle automatisch. Jedoch bringt uns schon die kleinste Unregelmäßigkeit aus
dem Gleichgewicht. Fachleute der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) halten den menschlichen Gang für „einer der unsichersten Fortbewegungsgänge, die es unter Lebewesen in der Natur gibt.“ Kein Wunder, beim Gehen befinden wir uns einen Großteil der Zeit auf nur einem Bein. Eine Treppenstufe übersehen, oder mit der Fußspitze an einer Kante hängen bleiben und die automatischen Abläufe kommen ins Schwanken. Kaum jemand stellt sich auf diese Gefahr ein, von Stolperstellen wird man meistens kalt erwischt. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle gehören zu den häufigsten Unfallarten. Ihre Schwere wird oft unterschätzt.

  • 35 % aller Arbeitsunfälle sind Unfälle infolge von Stolpern, Rutschen und Stürzen.
  • Jeden Tag verunglücken in Deutschland ca. 1000 Menschen durch einen Sturz bei der Arbeit.
  • Zu den am häufigsten betroffene Körperteile zählen die Füße, die Knie- und Sprunggelenke, die Unterschenkel sowie Handverletzungen.


Viele SRS-Unfälle sind so schwer, dass eine bleibende gesundheitliche Beeinträchtigung entsteht. Rund jede dritte neue Unfallrente die gezahlt wird, ist Folge von SRS-Unfällen!


Ursachen für SRS-Unfälle

Die Ursachen für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle sind oft Kleinigkeiten mit schwerwiegenden Folgen. Die Ursachen lassen sich in technische-, organisatorische und personenbezogene Ursachen unterteilen.


Beispiele für technische Ursachen:

  • Schadhafte, glatte oder verschmutzte Fußböden. Fußböden müssen eben, frei von Stolperstellen, frei von Hindernisse, rutschhemmend und leicht zu reinigen sein.
  • Bauliche Mängel an Treppen, z.B. ausgebrochene Stufenkanten, unterschiedliche Stufenmaße, fehlende Geländer / Handläufe. Treppen sind gefährlicher als ebene Verkehrswege. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass jede Treppe in einem baulich einwandfreien Zustand ist.
  • Defekte Leitern, z.B. Verschleiß-, Verformung-, oder Zerstörung von Bauteilen, fehlende Bauteile, schadhafte Verbindungselemente. Leitern und Tritte sind eines der am häufigsten verwendeten Arbeitsmittel und müssen sich zu jedem Zeitpunkt in einem funktionsfähigen Zustand befinden.


Beispiele für organisatorische Ursachen:

  • Falsche / unregelmäßige Reinigung der Fußböden. Durch Reinigungsarbeiten dürfen keine Rutsch- und Stolpergefahren geschaffen werden. Gefahren hierbei können im Weg stehende Arbeitsgeräte, ausgelaufene Reinigungsflüssigkeiten oder glatte Böden ohne Kennzeichnung der Gefahrstelle sein.
  • Mangelnde Kennzeichnung von Verkehrswegen / Ausgleichsstufen. Unvermeidbare Absätze / Stolpergefahren müssen mit gelbschwarz gestreiften Markierungen gekennzeichnet sein und bei Dunkelheit ausreichend beleuchtet sein.


Beispiele für personenbezogene Ursachen:

  • Nachlässigkeit und Unordnung, z.B. im Weg liegende Kabel, auf dem Boden liegende Gegenstände, offene Schubladen, etc. Was tun? Ordnung halten. Verschmutzungen sofort beseitigen. Gegenstände auf dem Boden sofort beseitigen oder den Vorgesetzten/ die Vorgesetzte informieren.
  • Ignoranz. Jeder im Betrieb ist für die Sicherheit aller mitverantwortlich. Gelegentlich ist es auch mal notwendig, die Unordnung anderer zu beseitigen.
  • Hektik und Eile. Besonders auf Treppen kann es gefährlich werden, wenn man nicht darauf achtet, wohin man tritt. Gehen Sie langsam, wenn sie es eilig haben!
  • Schlechte Angewohnheiten, z.B. aus dem Führerhaus des LKW springen, die letzte Treppenstufe überspringen oder die Treppen runter rennen. Vermeiden Sie solche gefährlichen Bewegungsabläufe.
  • Abgelenkt sein, z.B. beim Gehen telefonieren, in Unterlagen blättern, etc. Beim Gehen immer darauf achten, wohin man tritt! Multitasking ist keine gute Idee, wenn es darum geht, Arbeitsunfälle zu vermeiden!
  • Falsches Schuhwerk, z.B. hohe Absätze, fehlender Halt am Fuß, fehlendes Profil. Beim Arbeiten ist es wichtig den richtigen Schuh zu tragen, welcher den Fuß schützt und stützt.
  • Die hohe Anzahl der SRS-Unfälle lässt sich durch intakte Arbeitsmittel, gut organisierte Abläufe sowie bewusstes Verhalten vermindern!




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