Wegeunfälle haben im Winter Hochsaison

Claudius und Erika hatten sich schon so auf ihren Winterurlaub gefreut – zusammen einige Tage in einer verschneiten Hütte in den Bergen zu verbringen, davon hatten sie schon lange geträumt. Der erste Schnee war nun auch im flachen Land gefallen und die Vorfreude auf den Urlaub stieg bei beiden von Tag zu Tag. Doch dann geschah Folgendes:

Claudius musste wegen einer Sonderschicht viel früher zur Arbeit als sonst. Es hatte über Nacht kräftig geschneit und die Gehwege waren wegen der frühen Uhrzeit noch nicht geräumt. Da Claudius noch sehr müde war, achtete er nicht richtig auf seine Schritte und rutschte beim Überqueren der Straße an einer schneeglatten Stelle sehr heftig aus. Als er aufstehen wollte, spürte er starke Schmerzen in seinem rechten Sprunggelenk und in seinem Knie. Er konnte vor Schmerzen nicht aufstehen und es wurde ihm schwarz vor Augen.

Der Wegeunfall von Claudius ist keine Seltenheit, denn bei weitem nicht jeder Fußgängerunfall ohne Fahrzeugbeteiligung verläuft glimpflich. Typische Verletzungen solcher Sturzunfälle sind z. B. Zerrungen und Brüche – insbesondere des Sprung-, Hand- oder Schultereckgelenks, des Ellbogens oder des Steißbeins – sowie Prellungen des Steißbeins oder des Kopfes, dann oft sogar in Verbindung mit zum Teil sehr schweren Gehirnerschütterungen.

Wegeunfälle haben oftmals gravierende Folgen und das nicht nur für den Betroffenen selber. Neben seinem persönlichem Leid ziehen sie häufig auch Fehlzeiten nach sich, die dem Betrieb Kosten und organisatorische Probleme verursachen. Damit leidet dann indirekt auch die verbleibende Belegschaft, denn der Ausfall eines Kollegen oder einer Kollegin führt bei den verbleibenden Beschäftigten in der Praxis oft zu erheblichen Mehrbelastungen (und dies besonders im Winter).


Einige Tipps, wie Sie bei Schnee und Eis sicher zur Arbeit und wieder nach Hause kommen:

  • Tragen Sie geeignetes Schuhwerk. Wichtig ist eine breitflächige, gut profilierte Sohle aus möglichst rutschhemmendem Material
  • Planen Sie bei winterlicher Witterung mehr Zeit für den Weg ein
  • Konzentrieren Sie sich noch mehr als sonst auf das Gehen
  • Wenn es glatt sein könnte, gehen Sie langsam und machen dabei kurze Schritte
  • Ziehen Sie bei Schnee und Eis gegebenenfalls Spikes über ihre Schuhe. Die Spikes sollten Metallstifte im Fersenbereich haben, damit der Fuß beim Aufsetzen dort ausreichend Halt findet, um nicht ins Rutschen zu kommen


Wie ging es mit Claudius weiter? Zwei zufällig vorbeikommende Passanten trugen ihn vorsichtig aus dem Gefahrenbereich von der Straße. Sie legten Claudius auf die Wartebank eines Bushäuschens und alarmierten dann sofort den Notarzt. Dieser veranlasste umgehend den Transport in das nächstgelegene Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte außer einer Knieverletzung auch noch einen (zum Glück nicht komplizierten) Bruch des Sprunggelenks im rechten Bein sowie eine mittlere Gehirnerschütterung fest.

Claudius wurde noch am selben Tag operiert und verbrachte seinen „Urlaub“ statt mit Erika in der verschneiten Berghütte alleine im Krankenhaus, daran schloß sich dann ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer REHA-Klinik weit weg von Erika und seinem Zuhause an.


Die gefährlichsten 'Verkehrsmittel' sind in den Wintermonaten die eigenen Füße. Zu rund 30 Prozent ereigneten sich die bei der Berufsgenossenschaft BGW angezeigten meldepflichtigen Stolper- Rutsch- und Sturzunfälle in den vergangenen Jahren vor sieben Uhr morgens oder nach 20 Uhr abends - also zu Uhrzeiten, zu denen in der Regel keine Räum- und Streupflicht für Gehwege besteht!


1000 Beschäftigte verunglücken täglich

Stolpern, Rutschen und Stürzen sind die häufigsten Unfallursachen am Arbeitsplatz. Laut einer Statistik der BGHM verunglücken täglich mehr als 1.000 Beschäftige bei einem SRS-Unfall. Jährlich sind 255.000 Menschen betroffen. Die Folgekosten von SRS-Unfällen: ca. 330 Mio. EUR im Jahr. Kosten für Ausfallstunden geschätzt: 8 Mrd. EUR im Jahr. Bei den 4.809 neuen Wegeunfallrenten ist das Unfallrisiko je 1.000 Versicherungsverhältnisse zwar von 0,108 im Vorjahr auf 0,102 in 2015 zurückgegangen (-5,6 %). Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle ist dagegen von 322 auf 348 gestiegen (Quelle DGUV).

Claudius ist mit seinem SRS-Unfall letztendlich noch einmal glimpflich davon gekommen, denn er kann sein Bein nach der REHA wieder ohne Probleme bewegen und sich auch schon wieder sportlich betätigen. Den Urlaub will er mit Erika nun im nächsten Winter nachholen. Damit sich ein solcher Sturz aber nicht wiederholt, achtet Claudius nun sehr darauf, die Hauptursachen für SRS-Unfälle zu vermeiden: Zu große Eile, Übermüdung, mangelnde Aufmerksamkeit, Nichtbenutzung von Treppenhandläufen, ungeeignetes Schuhwerk auf feuchten oder verschmutzen Böden und Stufen, beidhändiger Transport von Lasten auf Treppen.


Tipps zur Vermeidung von SRS-Unfällen am Arbeitsplatz

  • Tragen Sie Arbeitsschuhe mit rutschhemmendem Profil
  • Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn, ob die Schuhe mängelfrei sind
  • Sondern Sie beschädigte oder abgenutzte Schuhe (glatte Sohlen) rechtzeitig aus
  • Vermeiden Sie Hektik und bleiben Sie stets aufmerksam
  • Reinigen Sie verschmutzte Böden so oft wie möglich
  • Räumen Sie Stolperfallen, wie z. B. Verpackungsmaterial, sofort aus dem Weg
  • Achten sie auf Beschädigungen des Bodens und melden Sie diese sofort
  • Halten Sie Verkehrs- und Fluchtwege stets frei und stellen Sie dort keine Lasten ab.

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