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Der besondere Blick auf Fremdfirmen-Mitarbeiter

Nahezu 90 Prozent der deutschen Unternehmen fordern externe Firmen für Spezialarbeiten an. Nach Statistiken der Berufsgenossenschaften erleiden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fremdfirmen im Durchschnitt dreimal häufiger einen Unfall als eigenes Personal.


Nur die schlimmsten Fälle gelangen in die Öffentlichkeit

Nachfolgend einige Beispiele, die nicht passiert wären, wenn sich die Mitarbeiter an die für sie geltenden Bestimmungen gehalten hätten oder wenn jemand rechtzeitig eingeschritten wäre, um die Unfälle zu verhindern. Alle diese Unfälle hätten nicht passieren dürfen, wenn die vorgeschriebenen Sicherheitsvorschriften eingehaltenen worden wären.

  • Ein 42 Jahre alter Mann ist am Freitag, dem 29.01.2016 von einem Gerüst gestürzt. Wie die Polizei mitteilte, sei der Arbeiter beim Rückwärtsgehen ins Leere getreten und kopfüber aus einer Höhe von etwa 1,50 Metern auf den Boden gestürzt. Das Gerüst war nicht richtig gesichert!
  • Ein Fensterputzer ist während seiner Arbeit tödlich verunglückt. Der 40-Jährige fiel am 06.04.2016 aus einem Fenster im 2. Stock einer Schule. Die Reinigungskraft arbeitete offenbar ohne Sicherung. Der Mann stürzte ca. zehn Meter in die Tiefe. Trotz sofortiger Reanimationsversuche verstarb der Mann noch an der Unfallstelle.
  • Ein 21-jähriger Arbeiter stürzte am 24.04.2016 von einem Gerüst und verstarb noch an der Unfallstelle. Er fiel aus einer Höhe von ungefähr 24 m auf eine einige Meter hohe Holzschalung. Mehrere Arbeiter waren zum Unfallzeitpunkt mit dem Abbau des Baugerüstes beschäftigt.
  • Ein 44-jähriger Arbeiter verletzte sich am 31.05.2016 tödlich beim Rasenmähen. Er mähte barfuß den Rasen und erlitt offenbar einen Stromschlag.
  • Bei Schweißarbeiten an einem entleerten Fass kam es zu einer Explosion. Die Rückstände im Fass wurden durch die Explosion auf die Bekleidung des Arbeiters gespritzt und setzten diese großflächig in Brand. Dieser erlitt Verbrennungen 2. und 3. Grades und wurde per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik für Brandopfer gebracht. Eine Betriebsanweisung für solche Arbeiten lag nicht vor, da Schweißarbeiten an gebrauchten Gebinden untersagt waren!


Bestimmt arbeiten auch in Ihrem Unternehmen zumindest gelegentlich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Fremdfirmen. Wurden immer die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen eingehalten? Vielleicht sind Ihnen aber auch Verstöße aufgefallen wie z. B.:

  • Der Mitarbeiter steigt auf eine von ihm mitgebrachte Leiter, bei der die unterste Sprosse fehlt und die vierte von oben einen kleinen Riss aufweist.
  • Die Leiter ist zu kurz, der Mitarbeiter muss sich auf die Zehenspitzen stellen.
  • Er hat keine Sicherheitsschuhe an.
  • Das von ihm verwendete Elektrogerät ist nicht geprüft, es setzt auch gelegentlich aus, hat also einen „Wackelkontakt“.
  • Der Gehörschutz fehlt.
  • Die Sicherheitsbekleidung fehlt, er trägt lediglich ein leichtes T-Shirt und Jeans.
  • Der Fensterputzer steigt auf den Fenstersims und reinigt die Fenster von außen, ohne sich gesichert zu haben.
  • Das verwendete Werkzeug ist für die auszuführende Arbeit ungeeignet.
  • Der Mitarbeiter hat aus Bequemlichkeit den Sicherheitsschalter an der Stichsäge manipuliert.
  • Kabel liegen auf dem Boden herum (Stolpergefahr).
  • Der Mitarbeiter trägt keinen Helm.
  • Schaltschränke werden offen gelassen.
  • Trotz Verbot wird am Arbeitsplatz gegessen und /oder getrunken.
  • In nicht gestatteten Bereichen wird geraucht.
  • Der Mitarbeiter verwendet säurehaltige Mittel, ohne jedoch Handschuhe zu tragen.


Sicherlich könnten Sie diese Liste mit Beispielen über nicht konformes Verhalten von Fremdfirmen-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch fortsetzen.


Informieren Sie Ihren Vorgesetzten über solche oder ähnliche Verstöße!

Es ist nicht Ihre Aufgabe, das Personal von Fremdfirmen auf dieses Fehlverhalten hinzuweisen, es sei denn, es besteht unmittelbar Gefahr, die sofortiges Handeln erfordert. Allerdings sollten Sie Ihren Vorgesetzten umgehend davon in Kenntnis setzen, damit dieser wiederum die Möglichkeit hat, sich mit der Leitung der Fremdfirma in Verbindung zu setzen, damit der Vorgesetzte der Fremdfirmenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter solche Vorkommnisse umgehend abstellt.


Handeln Sie, bevor es zu spät ist!


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