Überfall l Was tun im Fall der Fälle?

Die oberste Regel im Fall eines Überfalls lautet: Leben und Gesundheit haben absoluten Vorrang! Sie wissen nicht, wen Sie vor sich haben und wozu der Täter fähig ist.¹

Grundsätzlich ist durch den Umgang mit Bargeld oder sonstigen Zahlungsmitteln ein Anreiz zu Überfällen gegeben. Der Betrieb einer Verkaufsstelle ohne Zugriff auf Bargeld senkt das Überfallrisiko signifikant.


01 I Verhalten während dem Überfall

  • Folgen Sie bei vorgehaltener Waffe widerspruchslos allen Weisungen und vermeiden Sie jede Form der Gegenwehr.
  • Erläutern Sie unter Umständen Ihre Handlungen, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Versuchen Sie zumindest nach außen Ruhe zu bewahren, um die Stimmung nicht aufzuheizen.
  • Verlassen Sie keinesfalls einen gesicherten Bereich.
  • Lösen Sie Alarm nur aus, wenn dadurch keine zusätzliche Gefährdung zu erwarten ist. Eine zusätzliche Gefährdung ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Auslösung nicht unauffällig erfolgen kann und der Alarm optisch oder akustisch zu bemerken ist.
  • Prägen Sie sich persönliche Merkmale des Täters genau ein, um der Polizei später die Arbeit zu erleichtern. Sind mehrere Täter beteiligt, empfiehlt sich ein Konzentrieren auf einen der Täter, um diesen dafür umso genauer beschreiben zu können.1

02 I Verhalten nach dem Überfall

  • Falls möglich: Verschließen Sie die Eingangstür, sobald der Täter das Gebäude verlassen hat.
  • Benachrichtigen Sie nach dem Überfall sofort über den Notruf 110 die Polizei.
  • Verlassen Sie am besten den Tatortbereich, um keine Spuren zu verwischen.
  • Handeln Sie darüber hinaus nach dem Interventionsplans Ihres Betriebes, sofern es so einen Plan bei Ihrem Betrieb gibt.1

03 I Überfallprävention

  • Sichern Sie angenommene Zahlungsmittel unverzüglich vor dem Zugriff Unbefugter.

  • Verwahren Sie angenommene Zahlungsmittel einschließlich Wechselgeld nur in der Registrierkasse.

  • Verwahren Sie Hilfsmittel, mit denen die Sperrzeiten verändert werden können, im Geldschrank.

  • Verändern Sie nicht ohne Anweisung die Programmierung der Sperrzeiten von Zeitverschlusssystemen.

  • Nehmen Sie angenommene Zahlungsmittel nicht mit nach Hause.

  • Führen Sie die Geldbearbeitung, z.B. zählen, bündeln, hinter verschlossenen Türen durch und verhindern Sie die Einsicht von außen.

  • Bringen Sie Zahlungsmittel bei Überschreiten des festgelegten Höchstbetrages an den hierfür bestimmten Aufbewahrungsort, oder lassen Sie diesen abholen.

  • Achten Sie darauf, den festgelegten Höchstbetrag nicht zu überschreiten.

  • Prägen Sie sich den nächsten Standort des Telefons bzw. Alarmknopfes ein und achten Sie darauf, dass dieser für Sie zugänglich ist.1

04 I Bewältigung eines Überfall-Traumas

Überfälle sind Ereignisse, die meist einen schockartigen Zustand bewirken. Als Folge treten häufig Angst, Selbstzweifel, Schlafstörungen, starke Wut, Niedergeschlagenheit oder andere Reaktionen auf. Folgende Maßnahmen können bei der Bewältigung des Erlebten unterstützen:

  • Überlegen Sie, wie Sie in der belastenden Phase nach dem Überfall eingesetzt werden wollen und können. Möglichkeiten wären beispielsweise eine Doppelbesetzung für gewisse Zeiten oder vorläufig das Arbeiten in Tagschichten.
  • Auch wenn ausschließlich seelische Symptome vorliegen, kann ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, z.B. Hausarzt, Betriebsarzt oder Facharzt.2

¹ https://publikationen.dguv.de/...

²https://www.vbg.de/DE/3_Praeve...




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