Gefahren durch Arbeiten mit Druckluft

Druckluft wird im industriellen und landwirtschaftlichen Bereich für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Die großen Gefahren, die von Druckluft ausgehen können, werden oft verkannt.

Jahr für Jahr passieren Unfälle durch unsachgemäßen Umgang mit Druckluft. Die Unfälle passieren z. B. durch Unachtsamkeit, fehlende Schutzausrüstung wie z. B. eine Schutzbrille oder nicht bestimmungsgemäße Nutzung der Druckluft. Die Folgen von „Neckereien“ mit Druckluft unter Arbeitskollegen, die sich nur einen kleinen Spaß erlauben wollen oder den anderen kurz ärgern möchten, können gravierend sein.

Die weitverbreitete Meinung, dass man gefahrlos Maschinen, Werkstücke oder die Arbeitskleidung mit Druckluft reinigen kann, ist falsch. Der Kontakt mit Druckluft kann zu schweren Krankheiten oder sogar zum Tode führen. Der menschliche Mund, die Augen und Ohren sind sehr empfindlich und können durch den unsachgemäßen Umgang mit Druckluft schwer geschädigt werden.


Wussten Sie über die nachfolgende Gefahren im Umgang mit Druckluft Bescheid?

  • Lediglich 820 mbar Druck reichen aus um das menschliche Auge aus seiner Höhle zu sprengen.
  • Eintretende Druckluft in Höhe von 345 mbar in den Mund reicht aus um die Speiseröhre zum Bersten zu bringen.
  • Bei Eintritt von Druckluft in den Gehörgang kann es zu schweren Schäden oder sogar zum permanenten Gehörverlust kommen.
  • Gelangt Druckluft durch Körperöffnungen oder kleine Wunden unter die Haut, kann das zu Schwellungen ganzer Körperteile führen.
  • Gelangt die Druckluft in eine Vene, kommt es zu einer Luftembolie, die fast immer zum Tod führt. Falls die Luftblase das Gehirn erreicht, kann diese zu einem Schlaganfall mit den entsprechenden Folgen führen.
  • Weil Druckluft geringe Mengen von Öl und anderen Verunreinigungen enthalten kann, gelangen diese Verunreinigungen jedes Mal, wenn Druckluft unter die Haut geblasen wird, in den Körper und können gefährliche Infektionen verursachen.
  • Beim Abblasen / Reinigen der Kleidung, der Werkstücke und dem „Zusammenkehren“ in der Werkstatt werden Stäube und Späne aufgewirbelt. Die Stäube können eingeatmet werden und die Atemwege und Lunge schädigen. Auch ein Span kann sich „verirren“ und den Weg ins Auge finden. Hier können schwere Schädigungen auftreten bis hin zur Erblindung. Schwere Augenschäden können unter Umständen nicht mehr geheilt werden.


Unterschätzen Sie auf keinen Fall die Gefahren einer Gehörschädigung

70 – 80% aller Gehörschädigungen in der Industrie entstehen durch Drucklufteinsätze ohne den nötigen Gehörschutz. Lärm erscheint einem wie ein Muskelkater, man denkt er sei harmlos und gewöhnt sich daran. Dies ist ein sehr gefährlicher Irrglaube. Durch ständige Lärmbelastung am Arbeitsplatz entstehen gravierende Gehörschädigungen. Der Tinnitus (Ohrensausen) tritt immer häufiger bei Arbeitern in der Industrie auf. Wenn das Gehör erst einmal geschädigt ist, kann es nicht mehr geheilt werden.


Deswegen gilt:

Bei Arbeiten mit Druckluft oder beim Arbeiten mit druckluftbetriebenen Geräten muss stets der nötige Gehörschutz getragen werden.


Einige wichtige Verhaltensregeln:

  • Verwenden Sie Druckluft nur bestimmungsgemäß.
  • Verwenden Sie keine schadhaften mit Druckluft betriebenen Arbeitsmittel.
  • Beachten Sie die Betriebsanweisung beim Umgang mit Druckluft bzw. mit Druckluft betriebenen Arbeitsmitteln.
  • Tragen Sie die vorgeschriebene, geeignete persönliche Schutzausrüstung.
  • Die Reinigung von Körper oder Kleidung mit Druckluft ist verboten!
  • Richten Sie den Druckluftstrahl niemals gegen sich selbst oder einen anderen!

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