Arbeitsschutz im Ehrenamt

In Ihrem Unternehmen organisiert die Unternehmensleitung mit den Führungskräften einen funktionierenden Arbeits- und Gesundheitsschutz. Hierzu zählen unter anderem sichere Maschinen und Einrichtungen, jährliche Sicherheitsunterweisungen, Betriebsanweisungen und eine funktionierende Erste-Hilfe. Doch wie verhält es sich mit dem Arbeitsschutz im „Ehrenamt“?


Im Ehrenamt greift die gesetzliche Unfallversicherung

Viele Menschen, die einer regulären Arbeit nachgehen, engagieren sich in ihrer Freizeit in ehrenamtlichen Tätigkeiten. Das Spektrum „ehrenamtlicher Tätigkeiten“ ist breit. Es schließt Tätigkeiten in Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, dem THW oder auch die ehrenamtliche Wohlfahrtspflege ein. Aber auch freiwillige Aktionen des Bürgermeisters wie z.B. „Gemeinsames Befreien der Stadt von Müll“ oder die unentgeltliche Tätigkeit im Bildungswesen als „Ehrenamt“ gehören dazu. Das „Siebte Sozialgesetzbuch (SGB VII)“ gibt Auskunft, welche ehrenamtlichen Tätigkeiten über die gesetzliche Unfallversicherung per Gesetz versichert sind.


Aber Vorsicht: Versicherungsschutz prüfen und bei Bedarf erweitern

Aber nicht alle ehrenamtlichen Tätigkeiten sind automatisch pflichtversichert. In diesen Fällen können sich Personen im Ehrenamt oder die Organisation ihre „Helferinnen und Helfer“ freiwillig versichern. Dies kann z.B. bei Sportvereinen, Vereinsvorständen oder dem Kassenwart der Fall sein.

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sich vor Antritt des Ehrenamts erkundigen, ob und welcher Versicherungsschutz besteht. Bei Bedarf kann dann der Versicherungsschutz über die Organisation oder die Person selbst erweitert werden.

Instrumente des Arbeitsschutzes im Ehrenamt

Der Versicherungsschutz ist wichtig. Genauso wichtig ist jedoch auch ein im Ehrenamt funktionierender Arbeits- und Gesundheitsschutz für alle Beteiligten. Initiatoren sollten in erster Linie die Leiter und Vorstände der ehrenamtlichen Institution sein. Folgende Instrumente des Arbeits- und Gesundheitsschutzes dürfen auch im „Ehrenamt“ nicht fehlen.


Gefährdungsbeurteilungen der Einrichtungen und Tätigkeiten

Identifizieren Sie die Maschinen, Anlagen oder Einrichtungen mit hohem Gefährdungspotenzial. Gleiches gilt für die wesentlichen „Tätigkeiten“ im Ehrenamt. Vorlagen finden Sie bei der „Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung“. Mit dem gebündelten Wissen der Kollegen lassen sich so auch im „Ehrenamt“ die nötigen Gefährdungsbeurteilungen erstellen und auf dieser Grundlage Schutzmaßnahmen für eine sichere Tätigkeit ableiten.


Prüfpflichtige Geräte und Einrichtungen

Verschaffen Sie sich (am besten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung) einen Überblick, für welche Geräte oder Einrichtungen wiederkehrende Prüfpflichten bestehen. Auflagen können z.B. durch den Sachversicherer (Feuerlöscher, Brandschutzeinrichtungen) bestehen. Auch wenn die Betriebssicherheitsverordnung bei fehlender gewerblicher oder wirtschaftlicher Nutzung und keinen Arbeitnehmern nicht zutreffend ist, macht die Prüfung gewisser Einrichtungen wie z.B. Kompressoren (Druckbehälter) im Interesse der Sicherheit durchaus Sinn. Weitere Prüfungen wie die der Leitern und Tritte kann sicherlich intern organisiert werden.


Betriebsanweisungen und Unterweisungen im Ehrenamt

Qualifizierte und auf die Gefahren sensibilisierte ehrenamtlich tätige Personen arbeiten sicher. Erstellen Sie für gefährliche Arbeitsmittel, Gefahrstoffe und auch Sonderfahrzeuge wie z.B. Boote, Quads, Schneemobile oder Flurförderzeuge Betriebsanweisungen mit den Gefahren und Schutzmaßnahmen. Organisieren oder führen Sie die Unterweisungen vor Arbeitsaufnahme und jährlich wiederkehrend durch. Auch im „Ehrenamt“ kann Routine oder „Leichtsinn“ einkehren. Schulungen und Unterweisungen sensibilisieren alle Beteiligten entsprechend.


Mit diesen Maßnahmen sind Sie auf jeden Fall auf dem richtigen Weg zur sicheren Tätigkeit in einem so wichtigen Bereich, dem Ehrenamt!


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