Gefahren mit Druckluft

Gehören Sie zu den Personen, die mit Druckluftgeräten bzw. Druckluftwerkzeugen arbeiten? Sicher ist Ihnen dann bekannt, dass Druckluftwerkzeuge – von bestimmten Ausnahmen wie z. B. Presslufthämmern und Druckluftschrauben einmal abgesehen – leicht, (u. U. leise), pflegeleicht und sehr langlebig sind.


Kennen Sie auch die Gefahren von Druckluft?

Wissen Sie, dass ein unsachgemäßer Umgang zu schweren Verletzungen, sogar zum Tode führen kann?

Bei Druckluft handelt es sich um keine gewöhnliche Luft, wie wir sie einatmen. Unter Druckluft wird ein Luftstrom mit hohem Druck und hoher Geschwindigkeit verstanden. Er kann bei fahrlässigem oder unsachgemäßem Umgang beim Nutzer des Werkzeugs oder bei Personen, die sich in dessen Nähe befinden, erheblichen Schaden verursachen.


Beispiele für Gefahren im Umgang mit Druckluftgeräten:

  • Manche finden es praktisch, verschmutzte Kleidung mit Druckluft abzublasen. Bedenken Sie, dass dabei Druckluft in den Körper eindringen kann, wodurch innere Organe verletzt werden können.
  • Druckluft, die versehentlich in den Mund geblasen wird, kann einen Riss in Lunge, Magen oder Darm verursachen.
  • Druckkluft kann das Trommelfell im Ohr zum Platzen bringen.
  • Ein versehentlich Richtung Kopf gerichteter Strahl kann zu gefährlichen Augenverletzungen bis hin zum Erblinden führen. Bedenken Sie, dass ein Luftdruckstrahl von nur 830 mbar ausreicht, um einen Augapfel aus der Höhle zu drücken.
  • Ein „Scherz“, jemanden durch das Auslösen einer Druckluftpistole zu erschrecken, kann dazu führen, dass die Person stürzt, sich schwere Verletzungen dabei zufügt oder sogar einen Herzinfarkt erleidet.


Es kann sogar noch schlimmer kommen!

  • Falls Druckluft durch kleine Wunden unter die Haut dringt, kann dies zu plötzlichen Schwellungen ganzer Körperteile führen.
  • Druckluft, die in eine Vene gelangt, kann u. U. sogar eine tödliche Luftembolie auslösen, sofern Luftblasen in die Blutvenen gedrückt und dadurch weiter transportiert werden.
  • Eine Luftblase, die das Herz erreicht, weist Symptome wie einen Herzanfall auf.
  • Sollte eine Luftblase das Gehirn erreichen, so kann dadurch eine Hirnblutung ausgelöst werden.
  • Beim Entstauben der Arbeitskleidung (z. B. am Rücken) kann Druckluft in den After eindringen. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Darm zerreißt, was in der Regel zum Tode führt. Falls der Verletzte überleben sollte, so muss er unbeschreibliche Schmerzen, einen längeren Krankenhausaufenthalt sowie eine langwierige REHA über sich ergehen lassen.
  • Da es beim Entstauben von Arbeitskleidung zu einer Sauerstoffanreicherung in der Kleidung kommen kann, besteht zudem das Risiko einer erhöhten Brandgefahr.
  • Da Druckluft sehr oft kleinere Mengen an Schmutz und Öl enthält, kann dies im Körper zu schweren Infektionen führen.


Sie sehen, mit Druckluft spielen kann lebensgefährlich sein. Übrigens wird in Kapitel 4.4.5 der „Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 500 – Schutzmaßnahmen“ darauf hingewiesen, dass bei Reinigungsarbeiten Staub nicht unnötig aufgewirbelt und nicht mit Druckluft abgeblasen oder trocken gekehrt werden darf. Außerdem kann die Berufsgenossenschaft bei Fahrlässigkeit oder Vorsatz Regressansprüche gegen den Verursacher des Schadens stellen!


Druckluft ist sehr teuer

Undichte Steckkupplungen, Schläuche, Armaturen, defekte Werkzeuge, innere Leckagen bei Fertigungsanlagen sind teuer, denn Druckluft ist sehr kostenintensiv. In größeren Betrieben lagen z. B. im Jahr 2012 die Leckagekosten bei mehreren 10.000 € bis über 100.000 €1. Deshalb ist es enorm wichtig, die Geräte, die eine Leckage aufweisen, zu orten und die Leckage zu beseitigen. Bedenken Sie, dass Leckagen rund um die Uhr, also auch an Wochenenden und Feiertagen, „arbeiten“. Zur Vorbeugung können z. B. Kompressoren über Nacht – falls möglich – ausgeschaltet, zumindest sollte eine Druckabsenkung außerhalb der Betriebszeit in Erwägung gezogen werden. Eine Druckabsenkung um ein bar reduziert den Energieverbrauch um ca. 6 – 10 %. Sollte es möglich sein, den mittleren Netzdruck von z. B. 8 bar auf 7 bar zu senken, so reduziert sich die Leckagemenge um 1/8, ohne diese selbst beseitigt zu haben.


Melden Sie ihrem Vorgesetzten unverzüglich, wenn Sie eine Leckage bemerkt haben, damit diese baldmöglichst repariert werden kann.


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